Der Herbst bringt eine Fülle an Äpfeln, Kürbis, Zucchini, Roter Bete, Zwetschgen und Kohl. Wer jetzt ein wenig Zeit in der Küche investiert, kann daraus leckere Vorräte für die kommenden Monate herstellen.
Selbst gemachte Konserven haben dabei einen ganz eigenen Charme. Ein Glas Apfelmus zum Pfannkuchen, würziges Zucchini-Relish zum Abendbrot oder süß-scharfes Kürbis-Chutney zu Käse machen einfache Mahlzeiten schnell abwechslungsreicher.
Gleichzeitig ist beim Haltbarmachen von Lebensmitteln ein Punkt besonders wichtig: Nicht jedes Rezept eignet sich automatisch für eine monatelange Lagerung bei Raumtemperatur. Vor allem säurearmes Gemüse kann bei unsachgemäßer Konservierung ein Risiko für Botulismus darstellen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass herkömmliches Einkochen im Wasserbad, Backofen oder Einweckautomaten die Temperatur im Glas nicht über 100 °C bringt. Für säurearme Lebensmittel gelten deshalb besondere Anforderungen.
Die folgenden Rezepte sind deshalb bewusst so aufgebaut, dass du zwischen frisch zubereiteten Vorräten, Kühlschrankkonserven und einer wirklich langfristigen Vorratshaltung unterscheiden kannst.
Was du in diesem Artikel erfährst
- welche sieben Herbst-Konserven sich besonders gut für den Vorrat eignen
- wie du Zucchini-Relish selbst zubereitest
- wie Rote Bete süß-sauer eingelegt wird
- wie ein aromatisches Kürbis-Chutney gelingt
- wie du klassisches Apfelmus einkochst
- was bei selbst gemachtem Sauerkraut wichtig ist
- wie du Zwetschgenröster zubereitest
- wie du buntes eingelegtes Gemüse machst
- welche Gläser und Zutaten du brauchst
- wie du selbst gemachte Vorräte richtig lagerst
- worauf du bei der Haltbarkeit unbedingt achten solltest
Warum selbst gemachte Konserven so praktisch sind
Selbst haltbar gemachte Lebensmittel sind eine einfache Möglichkeit, saisonale Zutaten länger zu nutzen. Gerade im Herbst sind viele Gemüse- und Obstsorten regional erhältlich und lassen sich in unterschiedlichen Formen konservieren.
Dabei entstehen aus den gleichen Grundzutaten ganz verschiedene Vorräte.
Aus Zucchini wird ein würziges Relish. Kürbis verwandelt sich in ein aromatisches Chutney. Äpfel werden zu cremigem Mus und Zwetschgen zu einem würzigen Fruchtkompott.
Auch optisch machen die gefüllten Gläser Freude. Wer verschiedene Sorten vorbereitet, hat später einen kleinen Vorrat an Beilagen, Frühstücksideen, Saucen und Dessertbegleitern.
Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt beim Einkochen besonders sorgfältiges und hygienisches Arbeiten. Bei Obst und sauren Zubereitungen ist die Konservierung grundsätzlich einfacher, während säurearmes Gemüse besondere Aufmerksamkeit benötigt.
Die richtige Vorbereitung: Sauberkeit ist entscheidend
Bevor du mit dem Einkochen oder Einlegen beginnst, solltest du dir einen sauberen Arbeitsplatz schaffen.
Du brauchst je nach Rezept:
- saubere Schraubgläser oder Einmachgläser
- passende Deckel
- einen Trichter zum Einfüllen
- eine Schöpfkelle
- einen großen Topf
- saubere Küchenhandtücher
- einen Löffel oder eine Zange
- Etiketten und einen Stift
Gläser und Deckel sollten sauber und unbeschädigt sein. Besonders bei Vorräten, die länger gelagert werden sollen, ist hygienisches Arbeiten wichtig.
Verwende möglichst frisches, einwandfreies Obst und Gemüse. Stellen mit Schimmel, Fäulnis oder starken Druckstellen gehören nicht in die Konserve.
Für eingelegtes Gemüse empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung beispielsweise knackig-frisches Gemüse ohne faule oder weiche Stellen.

Würziges Zucchini-Relish
Zucchini wachsen im Garten oft schneller nach, als man sie essen kann. Ein Relish ist deshalb eine schöne Möglichkeit, größere Mengen zu verarbeiten.
Es schmeckt süß-säuerlich, würzig und leicht pikant. Du kannst es zu Käse, Brot, Kartoffelgerichten oder gegrilltem Gemüse servieren.
Zutaten für etwa 4 Gläser
- 1 kg Zucchini
- 2 mittelgroße Zwiebeln
- 1 rote Paprika
- 2 EL Salz
- 250 ml Apfelessig
- 100 g Zucker
- 1 TL Senfkörner
- 1 TL Kurkuma
- ½ TL schwarzer Pfeffer
- 1 TL Paprikapulver
- optional etwas Chili
Zubereitung
Zucchini, Zwiebeln und Paprika sehr fein würfeln.
Das Gemüse mit dem Salz vermischen und etwa 1 bis 2 Stunden ziehen lassen. Anschließend in ein Sieb geben und gründlich abtropfen lassen.
Essig, Zucker und Gewürze in einen Topf geben und aufkochen.
Das Gemüse hinzufügen und etwa 15 bis 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Es sollte weich werden, aber noch etwas Struktur behalten.
Das Relish heiß in saubere Gläser füllen und sofort verschließen.
Für eine längerfristige Lagerung bei Raumtemperatur solltest du ein geprüftes Einkochrezept mit definiertem Säuregehalt und passendem Erhitzungsverfahren verwenden. Ein selbst zusammengestelltes Rezept sollte nicht allein aufgrund eines heißen Abfüllens als dauerhaft sichere Vorratskonserve betrachtet werden.

Süß-saure Rote Bete
Rote Bete eignet sich wunderbar zum Einlegen. Die kräftige Farbe macht jedes Glas zu einem kleinen Hingucker.
Durch Essig entsteht eine angenehm säuerliche Note, die sehr gut zu Kartoffeln, Salaten, Käse oder herzhaften Brotzeiten passt.
Zutaten für etwa 3 bis 4 Gläser
- 1 kg Rote Bete
- 500 ml Wasser
- 500 ml 5-prozentiger Essig
- 2 EL Zucker
- 1 TL Salz
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL Senfkörner
- 4 bis 5 schwarze Pfefferkörner
- optional 2 Nelken
Zubereitung
Die Rote Bete gründlich waschen und in einem Topf weich garen.
Nach dem Abkühlen die Schale entfernen und die Knollen in Scheiben oder Würfel schneiden.
Wasser, Essig, Zucker, Salz und Gewürze in einen Topf geben und einige Minuten köcheln lassen.
Die Rote Bete auf saubere Gläser verteilen und mit dem heißen Sud vollständig bedecken.
Gläser verschließen und vollständig abkühlen lassen.
Für eingelegtes Gemüse ist ein Essig mit einem geeigneten Säuregehalt wichtig. Das BZfE empfiehlt für klassische Mixed Pickles beispielsweise Essig mit 5 bis 7 Prozent Essigsäure.
Mein Tipp
Lass die Rote Bete mindestens einige Tage durchziehen. Nach etwas Zeit verbinden sich die Gewürze viel besser mit der süß-sauren Flüssigkeit.

Aromatisches Kürbis-Chutney
Kürbis ist nicht nur für Suppe und Ofengemüse geeignet. Als Chutney bekommt er eine völlig andere Richtung.
Die Kombination aus Kürbis, Apfel, Zwiebel, Ingwer und Gewürzen passt hervorragend zu Käse, Brot, Reisgerichten oder einem herzhaften Abendessen.
Zutaten für etwa 4 Gläser
- 800 g Kürbisfleisch
- 2 Äpfel
- 2 Zwiebeln
- 1 Stück frischer Ingwer
- 250 ml Apfelessig
- 150 g Zucker
- 1 TL Senfkörner
- ½ TL Zimt
- 2 Nelken
- ½ TL Salz
- optional eine kleine Chilischote
Zubereitung
Kürbis, Äpfel und Zwiebeln klein schneiden.
Ingwer fein reiben.
Alle Zutaten in einen großen Topf geben und langsam erhitzen.
Das Chutney bei geringer bis mittlerer Hitze etwa 45 bis 60 Minuten einkochen lassen. Zwischendurch umrühren.
Es sollte am Ende deutlich eingedickt sein. Die einzelnen Zutaten dürfen noch leicht erkennbar bleiben.
Das fertige Chutney heiß in saubere Gläser füllen und verschließen.
So schmeckt Kürbis-Chutney besonders gut
- zu mildem oder kräftigem Käse
- auf einer Käseplatte
- zu Ofenkartoffeln
- als Brotaufstrich
- zu Reis und Gemüse
- als Beilage zu herzhaften Gerichten
- in Sandwiches
Bei säurehaltigen Zubereitungen spielt der Essig eine wichtige Rolle. Säure hemmt das Wachstum bestimmter unerwünschter Mikroorganismen. Für eine sichere langfristige Lagerung sollte trotzdem ein geprüftes Rezept verwendet werden.

Klassisches Apfelmus
Apfelmus gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, eine größere Apfelernte zu verarbeiten.
Du brauchst nur wenige Zutaten und kannst das Mus ganz nach deinem Geschmack würzen.
Zutaten für etwa 4 Gläser
- 1,5 kg Äpfel
- 100 bis 150 ml Wasser
- 1 TL Zitronensaft
- 1 TL Zimt
- optional etwas Vanille
- optional Zucker nach Geschmack
Zubereitung
Äpfel schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen.
Die Apfelstücke mit Wasser in einen großen Topf geben.
Bei mittlerer Hitze weich kochen. Das dauert je nach Apfelsorte etwa 15 bis 25 Minuten.
Zimt, Zitronensaft und gegebenenfalls Vanille hinzufügen.
Anschließend mit einem Kartoffelstampfer grob zerdrücken oder fein pürieren.
Das heiße Apfelmus vorsichtig in saubere Gläser füllen und verschließen.
Das BZfE nennt Äpfel ausdrücklich als Obst, das sich gut einkochen lässt. Für Obstkonserven gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, darunter auch Kompott und Mus.
Apfelmus abwechslungsreich machen
Du kannst das Grundrezept leicht verändern.
Für ein Herbst-Apfelmus passen:
- Zimt und Vanille
- Zimt und Kardamom
- Apfel und Birne
- Apfel und Pflaume
- Apfel und etwas Ingwer
- Apfel und wenige getrocknete Cranberrys
Besonders schön ist es, verschiedene Sorten getrennt einzukochen und später herauszufinden, welche Kombination dir am besten schmeckt.

Hausgemachtes Sauerkraut
Sauerkraut ist keine klassische Einkochkonserve. Es entsteht durch Fermentation.
Dabei wird fein geschnittener Weißkohl mit Salz vermischt. Milchsäurebakterien wandeln während der Fermentation Bestandteile des Kohls um und bilden Säuren. Diese Säuerung trägt zur Haltbarkeit und zum charakteristischen Geschmack bei.
Zutaten
- 1 kg Weißkohl
- 20 g Salz
- optional 1 TL Kümmel
- optional einige Wacholderbeeren
- optional 1 Lorbeerblatt
Zubereitung
Die äußeren Kohlblätter entfernen.
Den Kohl fein hobeln oder schneiden.
Kohl und Salz in eine große Schüssel geben.
Mit den Händen mehrere Minuten kräftig kneten, bis deutlich Flüssigkeit austritt.
Kümmel oder andere Gewürze hinzufügen.
Das Kraut fest in ein geeignetes Fermentationsglas drücken.
Wichtig ist, dass das Gemüse möglichst vollständig von seiner eigenen Flüssigkeit bedeckt ist.
Ein geeignetes Gewicht kann dabei helfen, das Kraut unter der Flüssigkeitsoberfläche zu halten.
Während der Fermentation
Das Glas sollte nicht einfach luftdicht verschlossen und vergessen werden. Bei der Fermentation entstehen Gase.
Halte dich deshalb an die Anleitung deines verwendeten Fermentationsgefäßes und kontrolliere den Ansatz regelmäßig.
Der Geschmack verändert sich mit zunehmender Fermentationsdauer. Nach einigen Tagen kannst du vorsichtig probieren. Wenn dir die Säure und Konsistenz gefallen, kannst du das Kraut anschließend kühl lagern.
Gut zu wissen
Fermentiertes Gemüse ist geschmacklich etwas völlig anderes als eingekochtes Gemüse. Es bleibt aromatisch, knackig und leicht säuerlich.
Gerade zu deftigen Herbstgerichten passt selbst gemachtes Sauerkraut hervorragend.

Würziger Zwetschgenröster
Wenn im Herbst viele Zwetschgen gleichzeitig reif werden, ist ein Zwetschgenröster eine wunderbare Möglichkeit, die Früchte zu verarbeiten.
Er schmeckt warm zu Kaiserschmarrn, Milchreis oder Grießbrei und kalt zu Joghurt oder Quark.
Zutaten für etwa 4 Gläser
- 1 kg Zwetschgen
- 100 bis 150 g Zucker
- 1 Zimtstange
- 2 Nelken
- 1 TL Zitronensaft
- optional etwas Vanille
- optional 50 ml Wasser
Zubereitung
Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen.
Die Früchte zusammen mit Zucker, Zimt, Nelken und Zitronensaft in einen großen Topf geben.
Langsam erhitzen.
Die Zwetschgen bei niedriger Temperatur köcheln lassen, bis sie weich sind und die Flüssigkeit etwas eingedickt ist.
Wenn du einen besonders konzentrierten Röster möchtest, lässt du ihn etwas länger einkochen.
Für eine Vorratshaltung bei Raumtemperatur solltest du auch hier ein geprüftes Verfahren zur Konservierung von Obst verwenden. Für eine kurzfristigere Aufbewahrung kannst du den Zwetschgenröster nach dem Abkühlen im Kühlschrank lagern oder portionsweise einfrieren.

Buntes eingelegtes Gemüse
Ein Glas mit buntem Gemüse bringt Farbe auf den Teller und eignet sich gleichzeitig hervorragend zur Verarbeitung verschiedener kleiner Gemüsemengen.
Besonders gut funktionieren:
- Möhren
- Blumenkohl
- Gurken
- Paprika
- Zucchini
- Rote Bete
- rote Zwiebeln
Zutaten für etwa 3 bis 4 Gläser
- 300 g Möhren
- 300 g Blumenkohl
- 2 Paprika
- 2 kleine Gurken
- 1 rote Zwiebel
- 500 ml 5-prozentiger Essig
- 500 ml Wasser
- 1 EL Salz
- 1 bis 2 EL Zucker
- 1 TL Senfkörner
- 1 TL Pfefferkörner
- 1 Lorbeerblatt
Zubereitung
Das Gemüse gründlich waschen und in mundgerechte Stücke schneiden.
Möhren und Blumenkohl kurz blanchieren. Anschließend kalt abschrecken.
Paprika, Gurken und Zwiebeln können je nach gewünschter Konsistenz roh verwendet werden.
Essig, Wasser, Salz, Zucker und Gewürze in einem Topf aufkochen.
Das Gemüse dicht in saubere Gläser geben.
Mit dem heißen Sud übergießen, bis alles vollständig bedeckt ist.
Gläser verschließen und abkühlen lassen.
Für Mixed Pickles empfiehlt das BZfE ebenfalls, das Gemüse vollständig mit einem heißen Essigsud zu bedecken. Bei einer klassischen Zubereitung sollte das Gemüse anschließend mehrere Wochen ziehen, damit sich der Geschmack entwickeln kann.
Diese sieben Vorräte lassen sich gut kombinieren
| Vorrat | Geschmack | Passt besonders gut zu |
|---|---|---|
| Zucchini-Relish | würzig, süß-säuerlich | Brot, Käse, Kartoffeln |
| Rote Bete | fruchtig, säuerlich | Salate, Kartoffeln, Käse |
| Kürbis-Chutney | süß, würzig | Käse, Brot, Reis |
| Apfelmus | süß, fruchtig | Pfannkuchen, Milchreis, Joghurt |
| Sauerkraut | säuerlich, herzhaft | Kartoffeln, Brot, deftige Gerichte |
| Zwetschgenröster | fruchtig, würzig | Kaiserschmarrn, Quark, Grießbrei |
| Eingelegtes Gemüse | knackig, säuerlich | Salate, Brotzeit, Bowls |
Welche Gläser eignen sich?
Für selbst gemachte Vorräte kannst du unterschiedliche Gläser verwenden.
Schraubgläser eignen sich besonders gut für Saucen, Chutneys, Relish und Mus. Klassische Einmachgläser mit Gummiring sind ebenfalls geeignet, wenn sie unbeschädigt sind und korrekt verwendet werden.
Wichtig ist, dass Deckel und Dichtungen intakt sind.
Beschrifte jedes Glas direkt nach der Herstellung mit:
- Inhalt
- Herstellungsdatum
- gegebenenfalls Zutaten
- gewünschtem Verbrauchsdatum
So musst du später nicht überlegen, wann du welches Glas hergestellt hast.
Einkochen, Einlegen oder Fermentieren, wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden im Alltag häufig durcheinandergebracht.
Einkochen
Beim Einkochen wird ein Lebensmittel durch Erhitzen haltbar gemacht. Das funktioniert je nach Lebensmittel und Säuregehalt mit unterschiedlichen Verfahren.
Einlegen
Beim Einlegen wird das Lebensmittel beispielsweise in Essig, Salzlake oder einer anderen Flüssigkeit konserviert.
Säure spielt beim Einlegen eine wichtige Rolle. Das BZfE beschreibt Essig als konservierenden Bestandteil, der das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen hemmen kann.
Fermentieren
Bei der Fermentation übernehmen Mikroorganismen einen Teil des Konservierungsprozesses. Beim Sauerkraut sorgen vor allem Milchsäurebakterien für die Säuerung.
Wie lange sind selbst gemachte Konserven haltbar?
Eine pauschale Antwort wie „ein Jahr“ ist bei selbst gemachten Konserven nicht für jedes Lebensmittel sinnvoll.
Die Haltbarkeit hängt unter anderem ab von:
- dem Lebensmittel
- dem Säuregehalt
- der Zubereitungsart
- der Erhitzung
- der Hygiene
- dem verwendeten Gefäß
- der Lagerung
- der Rezeptur
Bei selbst gemachten säurearmen Gemüsekonserven ist besondere Vorsicht notwendig. Das BfR weist darauf hin, dass Clostridium botulinum unter sauerstoffarmen Bedingungen wachsen und Toxine bilden kann. Säure hemmt das Wachstum, weshalb saure Lebensmittel grundsätzlich weniger problematisch sind als säurearme Konserven.
Das bedeutet auch: Ein Glas, das äußerlich völlig normal aussieht, ist nicht automatisch sicher.
Wichtige Sicherheitsregeln für deinen Vorrat
Bei selbst gemachten Konserven solltest du einige Regeln wirklich ernst nehmen.
1. Keine beschädigten Gläser verwenden
Risse, abgesplitterte Stellen oder beschädigte Deckel können die sichere Lagerung beeinträchtigen.
2. Sauber arbeiten
Hände, Arbeitsflächen, Utensilien und Gläser sollten gründlich sauber sein.
3. Nur einwandfreies Gemüse und Obst verwenden
Verdorbene oder verschimmelte Lebensmittel gehören nicht in den Vorrat.
4. Säuregehalt nicht nach Gefühl verändern
Bei eingelegten Lebensmitteln ist die Säure ein Teil des Konservierungsprozesses. Einfach weniger Essig zu verwenden, kann die Haltbarkeit und Sicherheit verändern.
5. Säurearmes Gemüse nicht einfach heiß abfüllen
Gemüse wie Bohnen und viele andere säurearme Lebensmittel können beim unsachgemäßen Einkochen ein Botulismusrisiko darstellen. Das BfR empfiehlt für säurearme Lebensmittel spezielle Verfahren unter Druck beziehungsweise weitere Maßnahmen zur Risikoreduktion.
6. Auffällige Gläser nicht probieren
Aufgeblähte Deckel oder Gläser, ungewöhnlicher Druckaufbau oder andere deutliche Veränderungen sind Warnzeichen.
Das BfR empfiehlt, aufgeblähte Konserven ungeöffnet zu entsorgen. Außerdem kann man gefährliche Toxine nicht zuverlässig anhand von Geruch, Geschmack oder Aussehen erkennen.
So organisierst du deinen Vorratsschrank
Ein kleiner Vorrat wird schnell unübersichtlich, wenn alle Gläser durcheinanderstehen.
Eine einfache Ordnung hilft.
Sortiere deine Gläser beispielsweise nach:
Süß:
Apfelmus, Zwetschgenröster
Herzhaft:
Zucchini-Relish, Kürbis-Chutney, Rote Bete
Eingelegt:
Mixed Pickles und anderes Gemüse
Fermentiert:
Sauerkraut
Stelle ältere Gläser nach vorne und neuere nach hinten.
So verwendest du zuerst die älteren Vorräte.
Der Lagerplatz sollte kühl, trocken und möglichst dunkel sein. Wärme und direkte Sonne sind für selbst gemachte Vorräte keine gute Kombination.
Mein Tipp
Nicht alles auf einmal einkochen
Du musst nicht an einem einzigen Tag sieben verschiedene Rezepte herstellen.
Gerade wenn du zum ersten Mal einen Vorrat anlegst, ist es entspannter, mit zwei oder drei Rezepten zu beginnen.
Zum Beispiel:
Tag 1: Apfelmus und Zwetschgenröster
Tag 2: Kürbis-Chutney
Tag 3: Rote Bete und eingelegtes Gemüse
Tag 4: Zucchini-Relish
Tag 5: Sauerkraut ansetzen
So bleibt die Arbeit überschaubar und du kannst jede Zubereitung sorgfältig durchführen.

Ein kleiner Vorratsplan für den Herbst
Wenn du regelmäßig saisonales Obst und Gemüse verarbeitest, kannst du dir einen kleinen Vorratsplan erstellen.
| Saison | Lebensmittel | Idee |
|---|---|---|
| August/September | Zucchini | Relish |
| September | Äpfel | Apfelmus |
| September/Oktober | Zwetschgen | Zwetschgenröster |
| September/Oktober | Rote Bete | süß-sauer eingelegt |
| September/Oktober | Kürbis | Chutney |
| Herbst | Weißkohl | Sauerkraut |
| Herbst | Möhren, Gurken, Paprika | Mixed Pickles |
So entsteht nach und nach ein abwechslungsreicher Vorrat, ohne dass du alles gleichzeitig vorbereiten musst.
Was gehört immer in den Vorratsschrank?
Ein guter Vorrat muss nicht aus zwanzig verschiedenen Gläsern bestehen.
Schon fünf bis sieben unterschiedliche Sorten können im Alltag viel bringen.
Ein Glas Apfelmus kann ein schnelles Frühstück ergänzen.
Ein Löffel Kürbis-Chutney macht aus einem einfachen Käsebrot etwas Besonderes.
Eingelegtes Gemüse bringt Säure und Biss in eine Bowl.
Sauerkraut passt zu Kartoffeln.
Rote Bete ergänzt einen Salat.
Zucchini-Relish funktioniert als würzige Beilage.
Und der Zwetschgenröster rettet den spontanen Dessertabend.
Genau darin liegt der praktische Vorteil selbst gemachter Vorräte: Du konservierst nicht nur Lebensmittel, du konservierst Möglichkeiten für schnelle Mahlzeiten.
Fazit
Herbstliches Obst und Gemüse lässt sich auf viele Arten haltbar machen. Zucchini-Relish, Rote Bete, Kürbis-Chutney, Apfelmus, Sauerkraut, Zwetschgenröster und eingelegtes Gemüse bringen Abwechslung in den Vorrat und helfen dabei, die Saison länger zu genießen.
Besonders schön ist die Kombination aus verschiedenen Methoden. Obst lässt sich einkochen, Gemüse kann in Essig eingelegt werden und Kohl kann fermentieren.
Bei der langfristigen Lagerung solltest du allerdings nicht nur auf Geschmack und schöne Gläser achten. Die richtige Konservierungsmethode ist entscheidend für die Lebensmittelsicherheit. Gerade bei säurearmen Gemüsekonserven gelten strengere Anforderungen.
Wenn du sorgfältig arbeitest, passende Rezepte verwendest und deine Gläser sauber beschriftest, entsteht nach und nach ein Vorrat, auf den du den ganzen Herbst und Winter zurückgreifen kannst.
Und vielleicht ist genau das der schönste Teil daran: Wenn draußen kaltes Wetter herrscht, steht im Schrank ein Glas Sommer und Herbst bereit, das nur darauf wartet, geöffnet zu werden.








